Schiffsbau: von Moses bis zum Laserschweißen

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Internationales Maritimes Museum: Besuch der Schülerinnen und Schüler der Klasse 6a der Stadtteilschule Poppenbüttel

 

Der imposante „Kaispeicher B“ ist das älteste erhaltene Speichergebäude des ehemaligen Freihafens. Er nimmt in der historischen Speicherstadt einen prominenten Platz ein. Das Gebäude entstand 1878/79 für die Silospeicher-KG Boutin. 1890 erwarb es die Hansestadt Hamburg als „Kaispeicher“. Der rote Backsteinbau ist wie die Speicherstadt im neugotischen Stil errichtet worden – eine gelungene Kombination aus technischer Zweckmäßigkeit und hansischer Tradition des Mittelalters. Kaispeicher modernisierten den Stückgutumschlag im Hamburger Hafen. Die Zufuhr oder der Abtransport der Güter erfolgte auf der Wasserseite mit Kahn oder Schute, auf der Landseite mit Fuhrwerk, LKW oder Eisenbahn. Der unter Denkmalschutz stehende Bau erhielt 2008 als „Internationales Maritimes Museum“ eine neue Bestimmung. Seine zehn Decks mit über 10.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche bieten der maritimen Sammlung von Prof. Peter Tamm ein ausgezeichnetes Domizil.

Zwei der Attraktionen beim Besuch von 23 Schülerinnen und Schüler der Klasse 6a der STS Poppenbüttel waren natürlich das Goldmodell der „Santa Maria“ (dem Flaggschiff von Christoph Kolumbus bei der Entdeckung Amerikas im Jahr 1492) sowie das Legoschiff „Queen Mary 2“ (aus ca. 780.000 Lego-Teilen – übrigens: wenn Änderungen an der Original-QM2 vorgenommen werden, werde diese kurze Zeit später auch am Legoschiff berücksichtigt).

Aber es gab ja noch soooo viel andere Dinge zu sehen. Themen waren z. B. der Schiffsbau (von Moses bis zum Laserschweißen) und vor allem das Leben auf den Segelschiffen. Das Leben auf diesen Schiffen war außerordentlich hart. Die Fahrzeuge waren überfüllt und oft viele Monate auf See. Große Handelsschiffe hatten bis zu 300 Mann an Bord. Kriegsschiffe zusätzliche 400 Mann. Die Decks wurden selten gewaschen, Schmutz bei schlechtem Wetter einfach in die Bilge geleitet. Zur Belüftung der unteren Decks wurden die Geschützpforten geöffnet. Bei schwer beladenen Schiffen unterblieb selbst das. Durch den hölzernen Rumpf sickerte permanent Wasser ein. Feuchtigkeit, Dunkelheit und schlechte Luft setzten den Seeleuten zu. Geschlafen wurde in Hängematten auf den Zwischendecks. Matrosen leisteten Schwerarbeit. An Bord wurde eiserne Disziplin eingefordert, selbst kleine Vergehen wurden mit schweren körperlichen Strafen belegt. Eine neunschwänzige Peitsche ist im Museum ausgestellt.

Lebensmittel wurden auf langen Reisen fast ungenießbar. Trocknen und Salzen waren die einzigen Möglichkeiten zu ihrer Konservierung. Frischer Proviant fehlte meist völlig. Nach wenigen Wochen auf See wurde zudem das Trinkwasser brackig. Ersatzweise wurde große Mengen Branntwein ausgeschenkt. Haupttodesursache auf See waren Mangel- und Infektionskrankheiten, mitunter erlagen ihnen ganze Besatzungen. Geißel der Seefahrt war die Skorbut (Folge von Vitamin-C-Mangel). Erst als der schottische Arzt James Lind 1753 nachwies, dass der Konsum von Zitrusfrüchten den Ausbruch der Krankheit verhinderte, konnte sie ihren Schrecken verlieren.

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