Feuerstein, Pyrit (Katzengold) und Zunder = erst Funken und dann Feuer

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Archäologisches Museum: Besuch der Schülerinnen und Schüler der Klasse 4b der Grundschule Mendelstraße

Beilrohlinge aus Feuerstein aus der Jungsteinzeit (4000 – 2800 v.Chr.), Prachtgürtel aus Bronze und Eisen aus der vorrömischen Eisenzeit (250 – 100 v.Chr.), Zinnbecher aus der Römischen Kaiserzeit (0 – 100 v.Chr.) sowie der Neuzeit (1500 – 1600) und Haarknotenfibeln aus der Bronzezeit (um 1200 v.Chr.) sind nur einige der zahlreichen archäologischen Funde aus den Bereichen Bergedorf und Lohbrügge. Ausgangspunkt zur Entdeckung der zahlreichen Fundstätten im Archäologischen Museum Hamburg ist ein riesig vergrößerter HVV-Streckenplan der viele Quadratmeter der Museumsfläche im Obergeschoss bedeckt. 19 Schülerinnen und Schüler der Klasse4b der Grundschule Mendelstraße (Lohbrügge) staunten, was alles so an alten Funden aus der Erde auch im näheren Umkreis ihrer Schule ausgegraben wurde.

Im Workshop „Werkzeugherstellung in der Steinzeit“ ging es um die Fragen: Wie lebten die Menschen in der Steinzeit? Wie sah ihre Umwelt aus, wo haben sie gewohnt und woraus haben sie Werkzeuge und Waffen hergestellt? Die Techniken der Feuersteinbearbeitung konnten selbst ausprobiert werden. Werkzeuge wie Messerklingen und Schaber konnten an Holz und Leder auf ihre Verwendungsfähigkeit geprüft werden.

Funken schlagen ist jeher die sicherste Art, Feuer zu machen. Steinzeitliche Feuermacher nutzten dafür Feuerstein, Pyrit – das sogenannte Katzengold – und Zunder; moderne Einwegfeuerzeuge funktionieren bei genauer Betrachtung genauso, allerdings mit anderen Materialien. Die Technik, Feuer zu schlagen, hat sich erst mit der Erfindung des Streichholzes ab 1829 überholt. Wer sich allerdings heutzutage auf „Outdoor-Pfade“ begibt, nimmt wieder ganz ähnliche Utensilien mit, wie sie der Ötzi bei sich hatte, um in den Alpen Feuer zu machen.

Die Kunst, Feuer mit Feuerstein, Pyrit und Zunder selbst herzustellen, gelang vor etwa 600.000 Jahren. Feuer wurde für die Menschen unverzichtbar. Es spendete Wärme und Licht, schützte vor Raubtieren und machte Fleisch genießbar. Im Laufe der Geschichte wurde die Feuerstelle zum zentralen Platz innerhalb der Siedlungen. Hier wurden Erfahrungen ausgetauscht und Geschichten erzählt. Aber man muss nicht Ötzi sein und man muss sich auch nicht auf einen Outdoor-Trip begeben … denn es gibt ja das Archäologische Museums Hamburg: und tatsächlich … es gelang auch den Schülerinnen und Schüler der Grundschule Mendelstraße im Archäologischen Museum Hamburg mit steinzeitlichen Materialien Funken zu schlagen und Zunder zum Brennen zu bringen. Dies alles unter fachkundiger Anleitung und Aufsicht des Steinzeitguides Holger … garniert mit viel Geschichte und noch mehr Geschichten. Aufmerksame und tolle Schülerinnen und Schüler dankten es ihm.

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