Für interessierte Gruppen bieten sich Besuche im Dialoghaus Hamburg an – ein Ort, an dem soziale Nachhaltigkeit unmittelbar erlebbar wird.
Das Dialoghaus versteht sich als Raum für eine Welt ohne Vorurteile. Besucher:innen werden durch intensive, oft ungewohnte Sinneserfahrungen dazu angeregt, ihre Wahrnehmung zu hinterfragen und neue Perspektiven auf Denken, Fühlen und Handeln zu entwickeln. Ziel ist es, Empathie zu fördern, eine positive soziale Haltung zu stärken und einen respektvollen, vorurteilsfreien Umgang miteinander zu unterstützen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Inklusion: Mehr als 60 Prozent der Mitarbeitenden sind gehörlos oder sehbehindert, wodurch das Unternehmen weltweit Arbeitsplätze für Menschen mit Seh- oder Hörbeeinträchtigung schafft.
In der historischen Speicherstadt werden unter anderem die Ausstellungen Dialog im Dunkeln und Dialog im Stillen angeboten. Beide Formate verfolgen das Ziel, sehenden und hörenden Menschen die Lebensrealitäten von blinden bzw. gehörlosen Menschen näherzubringen und Begegnungen auf Augenhöhe zu ermöglichen. Die Ausstellungen wurden seit ihrer Entstehung im Jahr 1988 bereits in über 30 Ländern und mehr als 130 Städten weltweit gezeigt.
Im „Dialog im Dunkeln“ erleben Besucher:innen mithilfe vollständig abgedunkelter Räume und unter Anleitung blinder oder sehbehinderter Guides, wie stark sich der Alltag ohne visuelle Orientierung verändert. Der „Dialog im Stillen“ ermöglicht hingegen durch schalldichte Kopfhörer ein Eintauchen in die Welt gehörloser Menschen. Hier führen gehörlose Mitarbeitende durch die Ausstellung und vermitteln spielerisch Formen nonverbaler Kommunikation. Dabei werden unter anderem Mimik, Gestik, Körperausdruck und erste Elemente der Gebärdensprache erfahrbar gemacht. So wird deutlich, dass Kommunikation weit über gesprochene Worte hinausgeht und stark von Körpersprache und gegenseitigem Verständnis geprägt ist.
