Zwischen ausgestopften Rentieren und alten Glasperlen

Veröffentlicht in: Aktuelles, Learning Kids
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20 Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse der Grundschule An der Seebek aus Barmbek machten heute gemeinsam mit zwei Betreuerinnen, Herrn Brandes und Frau Wittrien von der Stiftung Kinderjahre sowie mit uns einen Ausflug in das Archäologische Museum Hamburg.

Als erstes wurden sie von Holger, dem Museumsguide, der außerdem Archäologe und Pädagoge ist, in einen kleinen Raum geführt. Dort gab er der Klasse Einblicke in seine Erlebnisse und den spannenden Alltag als Archäologe. Außerdem machte er sie mit dem museumseigenen, ausgestopften Rentier Sven bekannt.

Er erzählte von diversen Ausgrabungen, zum Beispiel von einer in Tunesien mit einem guten Freund. Außerdem fragte er die Kinder nach dem Unterschied zwischen Filmarchäologen wie Indiana Jones und „echten“ Archäologen wie ihm. Doch das war eine Fangfrage, es gibt nämlich gar keinen gravierenden. Alles liefe ungefähr genauso ab. Naja, zugegebenermaßen mit ein bisschen weniger Action …

Mit spaßiger Stimmung ging es anschließend hoch in den ersten Stock zu den richtig echten Ausstellungsobjekten. Hier erklärte uns Holger, warum gerade Bagger Artefakte aus vergangenen Zeiten gefährden. Und was passiert, wenn ein solches Objekt gefunden wird. Dann wird nämlich die „Polizei für alte Sachen“ eingeschaltet. Diese sucht und birgt die entsprechenden Fundstücke. Holger bezeichnete dies auch ironisch als „das Rumwühlen im Müll vergangener Zeiten“.

Danach standen wir vor einem auf dem Boden aufgemalten Fahrplan von Hamburgs Bahnverkehr, wo eingezeichnet ist, an welchen Haltestellen sich einmal Fundstücke befanden, die dort auch ausgegraben wurden. Er führte die Kinder zu uralten Urnen, riesigen Gürtelschnallen und den ältesten Feuersteinspitzen der Welt!

Bei diesem Rundgang haben alle ganz schön gestaunt. Dann ging es über zum eigentlichen Thema des Besuches. Unter dem Motto „Schmuck aus aller Zeit“ schauten wir uns zuerst einmal ein paar Stücke an, die aus Glas hergestellt wurden. Nachdem einige sehr interessierte Kinder noch ein paar Fragen stellen konnten, sprach Holger endlich den praktischen Teil des Vormittages an. Wir würden selber solche Schmuckstücke herstellen, nur eben nicht aus Glas, sondern aus FIMO-Knete. Alle liefen freudig nach unten und unser Guide zeigte uns, wie man mit der Knete arbeitet. Die FIMO-Knete muss gebacken werden, damit sie hart wird. Während also die Perlen im Backofen durchtrockneten, wurde eine kleine Essenspause eingeschoben und die Kinder bekamen die Chance, das Museum auf eigene Faust zu erkunden.

Am Ende dieses lehrreichen Vormittages durften die Kinder den selbst hergestellten Schmuck natürlich mit nach Hause nehmen. Zum Glück gab es keine Verwechslungen oder Streit, was nach Holgers Aussage nicht oft vorkommt!

Die Klasse und auch wir waren ganz schön beeindruckt, nicht nur von den ganzen alten Funden, sondern auch dem Enthusiasmus, dem Spaß und der Leidenschaft, mit der Holger uns die Geschichte des Museums näher brachte.

(Ein Bericht von Freya Drewnak und Charlotte Fuchs, Praktikantinnen der Stiftung Kinderjahre)

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