Katzengold + Feurstein + Schilfrohr + Fett + Steppengras = FEUER!!

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Sommerferienaktion 2018 der Stiftung Kinderjahre

Besuch des Archäologischen Museums Hamburg mit Schülerinnen und Schülern der Grundschule Beim Pachthof

 

In den Räumen des Archaeologicums im Archäologischen Museum Hamburg tummelten sich 27 Schülerinnen und Schüler der Grundschule Beim Pachthof: in einer Feuerstein-Werkstatt, bei den Höhlenmalereien und in einer Feuer-Werkstatt. Schon aus den Überschriften der drei Themengruppen wurde ersichtlich: das FEUER stand im Mittelpunkt dieses Tages. Motto bei allen: Faszination Feuer“.

Feuer war eine großartige Entdeckung und zündende Sache und vor allem in der Eiszeit besonders wichtig. Das Feuer wärmte und macht es den Menschen leichter in kälteren Gebieten zu überleben. Das Feuer gab Licht, schützte vor Raubtieren und machte Fleisch erst richtig genießbar. Aber mit welcher Technik wurde in der Eiszeit das Feuer erzeugt? Mit Streichhölzern? Weit gefehlt: Die gibt es erst seit 1832. Mit einem Feuerzeug? Auch falsch: Feuerzeuge gibt es erst seit ca. 120 – 130 Jahren. Die Schülerinnen und Schüler mussten deshalb das Eiszeitfeuer – also ein etwa 12.000 Jahre altes Feuer – mit Katzengold (eisenhaltige Steine mit Schwefel), Feuerstein, Schilfrohr, Fett und Steppengras selbst mühsam erzeugen. Das Ergebnis fasst ein Schüler wie folgt zusammen: „Wir haben Feuer gemacht, echtes Feuer.“ Für ihr Eiszeitlicht stellten die Schülerinnen und Schüler dann noch eine Tonlampe nach originalen Vorbildern her.

In einer Zeitreise erfuhren die Schülerinnen und Schüler eine Menge über das Leben in der Steinzeit. Wie sah ihre Umwelt aus und wo haben sie gewohnt? Woraus haben sie Werkzeuge und Waffen hergestellt? Zur Grundausstattung jedes Steinzeitmenschen gehörte natürlich ein scharfes Messer. Also ran an den Feuerstein und so wurden mithilfe eines Schlagsteins scharfe Klingen hergestellt. Mit diesen selbst gefertigten Messerklingen schnitten die Kinder aus einem Stück Leder einen Beutel aus, genau das richtige Behältnis für ihre selbst hergestellten Werkzeuge, um sie am Ende des Tages sicher mit nach Hause zu nehmen.

Die Gruppe der jungen Höhlenmalerinnen und Höhlenmaler erforschte die Steinzeithöhle des Museums. An den Wänden konnten sie Malereien aus der Eiszeit entdecken: zum Beispiel Mammut, Wollnashorn, Wildpferd und Bison. Um Licht ins Dunkel der Höhle zu bringen, stellten die Schülerinnen und Schüler kleine Tonlampen her und malten mit Erdfarben ihre Lieblingstiere auf Höhlenpapier.

Alle drei Gruppen erkundeten im Laufe ihres Besuches die Ausstellung im Archäologischen Museum Hamburg. Das Museum beherbergt in seinem Magazin mit ca. 2,5 Millionen Fundstücken eine der größten archäologischen Sammlungen Norddeutschlands. Diese vielen Fundstücke verwundern nicht, denn allein aus Hamburg und dem Landkreis Harburg sind bisher ca. 8.000 archäologische Fundplätze bekannt. Auf einem riesigen Streckenplan der Hamburger U- und S-Bahn sind im Museum zahlreiche Funde ausgestellt und dokumentiert.

Die Schülerinnen und Schüler bestaunten einen Faustkeil, der aus der Altsteinzeit (45.000 v. Chr.) stammt, das älteste Steingerät der Ausstellung ist und in Maschen im Landkreis Harburg gefunden wurde.

Übrigens: Warum heißt die Steinzeit eigentlich Steinzeit? Na ist doch klar: weil die Werkzeuge zur damaligen Zeit alle aus Stein waren. Und warum heißt die Bronzezeit dann Bronzezeit? … auch klar … oder?

 

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